Kind oder Gründung? Beides!

Laut dem Female Founders Monitor sind Gründerinnen und Gründer im Mittel etwa 35 Jahre alt, wenn sie ein StartUp gründen. Die größte Gruppe gründet zwischen ihrem 30. und 40. Lebensjahr (45,9 %).

Die typische Phase der Unternehmensgründung fällt damit genau mit der Zeit der Familienplanung zusammen.

Was bedeutet es, für Frauen mit Kind zu gründen und selbstständig zu sein? Mit welchen Herausforderungen sehen sich selbstständige Mütter konfrontiert?

Wenn der alte Job nicht mehr zum neuen Leben passt

Eine Mutterschaft verändert das Leben von Frauen grundsätzlich.

Neben der Findung in die neue Rolle als Mutter kann diese Neuausrichtung auch die berufliche Zukunft mit einbeziehen. In diesem Lebensabschnitt werden oft die eigenen Werte in Frage gestellt. Nicht selten fällt der Entschluss, sich beruflich neu aufzustellen und etwas Langfristiges aufzubauen. Oder aber, den nächsten Schritt zu wagen.

Dabei steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erstmals eine zentrale Rolle.

Der entscheidende Vorteil einer Selbstständigkeit ist die freie Zeiteinteilung. Wenngleich Selbstständige tendenziell eher mehr arbeiten, so können sie immerhin selbst entscheiden, wann.

Tagesabläufe lassen sich so individuell gestalten und Unvorhergesehenes kann flexibel eingeplant werden.
Das übliche 9 to 5 kann genau diese Flexibilität, die Kinder ihren Müttern abverlangen, nicht bieten.

Wiedereinstieg mit eigenen Regeln

Eine Gründung kann damit gerade für Mütter gute Gelegenheit sein, um nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben einzusteigen, - und zwar zu den eigenen Regeln!

Denn gerade die Flexibilität und Selbstbestimmtheit der mit einer selbstständigen Tätigkeit einhergeht, ist ein Aspekt, der Frauen und auch dem Familienleben sehr zugutekommen kann.

„Frauen mit Kind sind wahnsinnig effizient, denn sie takten ihren Tag konsequent durch und wissen zu jeder Zeit, wo ihre Prioritäten liegen." Verena Pausder

Die Gründung mit Kind ist eine Medaille mit zwei Seiten

Das offensichtlichste Argument: Wer angestellt arbeitet, hat einen sicheren Verdienst, Urlaubstage und Wochenenden.

Eine freiberufliche oder selbstständige Tätigkeit ist daher nicht nur unsicher, sondern auch sehr fordernd. Um keinen Konflikt zwischen deinen Elternpflichten und den eigenen Projekten entstehen zu lassen, müssen diese beiden Rollen klar abgegrenzt werden.

Gerade, wenn man im Homeoffice tätig ist, erscheint man auch in "Arbeitsphasen" verfügbar und ansprechbar zu sein. So kann es unter Umständen zu Frust auf allen Seiten kommen und schwierig sein, in Ruhe zu arbeiten.

Erfolgsfaktor soziales Netz

Das bringt die wichtige Voraussetzung für das Gründen mit Kind hervor: Dein Partner und deine Familie müssen hinter Dir stehen!

Wenn Du selbstständig bist, brauchst Du den Rückhalt der Menschen, mit denen du dein Leben teilst.

Angefangen bei Freunden und dem Partner, der an der Seite steht bei emotionalen Talfahrten und Unsicherheiten, bis hin zu Großeltern, Verwandten oder anderen vertrauten Menschen, die in Notlagen als Babysitter einspringen können: Es braucht ein soziales Netz, das Deine Einsatzfähigkeit absichert.

Gründung im Nebenerwerb

Wer gründen möchte und finanziell auf die Einnahmen angewiesen ist, braucht bereits zum Start eine ordentliche Kapitaldecke und einen langen Atem. Da kann es einfacher sein, nebenberuflich zu gründen und die eigene Idee erst einmal auszutesten.

 

Im Austausch bleiben

Die meisten selbstständigen Mütter – gerade zu aktuellen Zeiten – wählen zunächst das Home Office, wenn sie sich selbständig machen.

Aus nachvollziehbaren Gründen: Es spart Kosten und ermöglicht Vereinbarkeit.

Gleichzeitig bleibt der Austausch mit anderen Frauen und Unternehmerinnen, die vllt in einer ähnlichen Situation sind, auf der Strecke. Es kann hier helfen, sich bewusst und proaktiv passenden Austausch zu suchen. Hierfür eignen sich zum Beispiel Mastermindgruppen sehr gut!

Eine Gruppe verbündeter Frauen gibt einen geschützten Rahmen vor, dient der Motivation, Inspiration und dem Sparring in Business-Fragen.

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